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Hickman again

11. Dezember 2012

Unser erster Tag in Tübingen war erwartungsgemäß von einigen Untersuchungen angefüllt und sonst eher ruhig.

Wir waren zum Halsvenen schallen, zum Blutbild erstellen (direkt im Labor, der Kleine hat nicht mal beim Picks geweint, so gut hat die Herrin der Analyse das drauf) und nochmal zum Halsvenen schallen (Zettel lesen ist manchmal schon schwer, beim zweiten mal dann eben beide Seiten). Dann noch die übliche Aufklärung – als hätten wir uns das nicht erst vor Kurzem alles schon mal angehört. Dann noch zwei drei Gespräche auf dem Gang, Essen für die Woche ausgesucht und der Tag war auch schon rum.

Am nächsten Morgen dann gleich als Erster mit in den OP und um 9:00 Uhr waren wir wieder auf Station. Dieses mal hat ihn die Narkose nicht ganz so sehr niedergestreckt, wie noch bei den letzten. Der Lütte lief um 12:00  schon wieder wie aufgezogen über den Gang. Lass es ein Zeichen sein.

Die nächsten zwei Tage waren dann mit dem üblichen Trott angefüllt. Frühstück gegen 9:00 Uhr, ab 12:00 Uhr dann die Chemo und die Spülung. Mittag essen, Mittagsschlaf, Spielzimmer und Abendbrot.

Abends treffen sich immer wieder in verschiedenen Kombinationen die Eltern im Elternzimmer und schauen, dass die Tage verarbeitet werden.

Heute hatten wir Georgs Eltern da, wir kennen sie schon vom letzten Mal. Damals wurde ihr Sohn auf die Intensivstation verlegt, weil er sich einen Infekt eingefangen hatte, der sich auf Lunge und Hirn auswirkt. Er liegt immer noch dort und hat gute und schlechte Tage. Es ist ermutigend, wie viel Kraft die beiden noch versprühen, trotz der Tatsache, dass sie noch letzte Woche um das Leben ihres Kindes bangen mussten.

Stichwort um das Leben bangen: Erna ist am 13.12. gestorben.. Das Damoklesschwert schwebt latent über jeden hier auf der Station. Um so mehr tun die abendlichen Gespräche gut – meist. Leider gibt es hier auch einige Eltern, die meinen, „ich hab den längsten“ spielen zu müssen. Herrgott, auf dieser verdammten Station hat jedes Kind Krebs .. da gibts kein „aber meins hat viel mehr doller schlimm Krebs als wie deins“. Keine Ahnung ob das Kompensation oder Abgrenzung ist .. es nervt einfach nur gewaltig.

Unsere Zimmerkollegen vom letzten mal haben wir auch schon wieder getroffen. Sie sind derzeit auf der chirurgischen Station, da die Kleine leider Probleme mit der Bauchspeicheldrüse hat. Sie darf schon seit damals nichts essen und bekommt nur ein wenig Nahrung über das Blut – Jaaaa .. gibt nichts besseres für Zweijährige.

Naja Junior ist nach wie vor erstaunlich gut drauf und merkt von der Chemo relativ wenig. Derzeit vermuten wir, dass er ein paar Knochenschmerzen vom Vincristin hat, denn nach dem Aufwachen braucht er immer ein wenig und jammert auch mit der Äußerung, dass ihm die Beine wehtun würden. Mal sehen, wie es weiter geht.

Weiter Daumen drücken

Gruß
derTraurige

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11 Kommentare
  1. Kirstin permalink

    Es tut gut sich mit gleichgesinnten austauschen zu können.
    Leider gibt es immer und überall Menschen die meinen das Sie der Nabel sind und ganz viel Trost brauchen, da es bei ihnen am schlimmsten sei.
    Wie lange bleibt ihr diesmal drinnen alle?

    Gruß ausm KKH in Münster.
    Kirstin

    • Moin Kirstin,

      wenn es gut läuft, ist die Chemo am Dienstag rum. Noch mindestens einen Tag ausschwemmen und dann eventuell am Donnerstag erst mal nach Hause. Sicher ist das natürlich alles eher noch nicht.

      Gruß
      derTraurige

  2. Hallo Trauriger,

    steh über den Leuten die meinen, sie sind am schlimmsten dran. Wahrscheinlich können sie nicht anders damit umgehen.
    Könnt ihr über Weihnachten nach Hause bzw seit ihr zu Hause? Drücke euch weiterhin die Daumen.

    LG Rose

    • Moin Rose,
      klar versuchen wir über dem zu stehen, aber wenn man ohnehin schon an der eigenen Belastungsgrenze entlangschlittert, dann lässt man sich manchmal eben doch hinreißen.
      Weihnachten werden wir aller Wahrscheinlichkeit daheim verbringen können, ganz sicher werden wir erst sein, wenn wir dann wirklich dort waren. Wenn halt die Blutwerte ode die Temperatur oder irgend ein Infekt nicht so wollen wie sie sollen, sind wir schneller wieder in der Klinik als der alte Mann Hohoho sagen kann.
      Gruß
      DerTraurige

  3. Julika permalink

    Weiter Daumen ist Ehrensache! Ich hoffe für Euch, dass die Chemo morgen rum ist und ihr wirklich diese Woche nach Hause könnt, um mal wieder durchatmen zu können.

    Ganz liebe Grüße

    Julika

  4. Und wie wir Daumen drücken!

  5. Ich drücke ebenfalls die Daumen. Das hilft.
    Den Weltuntergang habe ich schon abgebogen. 😉

  6. Zu Hause? Ich wünsche es euch so sehr. Da ich selbst Krebs gehabt habe, kann ich sehr viel nachempfinden.

    LG Rose

  7. Julika permalink

    Und?? Wieder zu Hause?? Ich wünsche Euch dreien – egal wo ihr nun seid – ein schönes Weihnachtsfest mit hoffentlich leuchtenden Kinderaugen und Eltern, die, wie oben schon erwähnt, einmal durchschnaufen können!
    Liebe Grüße
    Julika

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