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Ruhe

3. Dezember 2012

Moin,

die Traurigen sind seit Freitag wieder zu Hause. Vorerst.

Genau genommen sind wir in Tübingen „rausgeflogen“. Wir hatten ja durch die Infektion keine Möglichkeit die angestrebte Chemo zu bekommen, so dass Tübingen mit dem Heimatortkrankenhaus gesprochen hatte und wir dorthin verlegt werden konnten. Oder besser: uns selbst verlegt haben.

Dass der Kleine sich in Tübingen irgendwo noch nen Rotavirus eingefangen hatte, stellte sich letztlich in Heimatort als „Vorteil“ heraus. Durch die Impfung die wir damals teuer bezahlt hatten, hat er selbst nichts von der Infektion gemerkt. D.h. der Brechdurchfall-Virus hat weder Kotzeritis noch irgendwelche Durchfälle verursacht; aber die onkologische Station hier wollte den Junior doch eher nicht haben.

Wir sind also auf der normalen Kinderstation gelandet. Dort waren wir ganz am Anfang unserer Geschichte für 3 Wochen, so dass wir jede Schwester kannten und direkt mit offenen Armen empfangen worden sind. Wegen des Rotavirus und um möglichen Infektionen vorzubeugen hatten wir das Zimmer für uns allein. Wir durften uns ein zweites Elternbett holen, so dass Junior in der Nacht mit Mama auf der großen „Spielwiese“ schlafen konnte.

Gleichzeitig hatten alle – wirklich alle – Schwestern sich darauf eingestellt, dass Junior aus Tübingen traumatisiert angekommen war. Sobald irgendwie ein paar Minuten Zeit waren, wurde der Kleine bespaßt, oder sie kamen auf einen Schwatz vorbei. Jede erdenkliche Maßnahme wurde unternommen, dass der Lütte wieder Vertrauen in die Weißen fassen konnte. Einfach toll.

Donnerstag wurde dann die Lasche gezogen, die noch in der Wundhöhle eingenäht war um alles Sekret abfließen zu lassen. Freitag durften wir dann nach Hause.

Junior hat von Freitag auf Samstag 12 Stunden gepennt. Und Samstag nochmal 2,5 Stunden Mittagsruhe gemacht und von Samstag auf Sonntag ebenfalls fast 11 Stunden geschlafen. Jetzt ist er halbwegs fit und kämpft nur noch mit seinem OMS. Er traut sich aber schon wieder wesentlich mehr als zuletzt im Krankenhaus. So langsam macht sich die Entspannungsphase bemerkbar.

Vorgestern waren wir auf dem Weihnachtsmarkt. Waaaahhh Schneeeeeeee! Waahhhhhh … Waffeln! Wahhhh Punsch! Waahhhhhhhh Nüsse! Wahhhhhhh Mandelgebäck! Wahhhhhhhhhh! *G*

VOLL SÜSS! Junior ist fast geplatzt vor Neugierde.

Jetzt haben wir noch bis zum 10.12. bevor wir wieder in Tübingen erwartet werden. Dieses mal lassen wir den Hickman in Tübingen legen. Klar wissen wir, dass der Mist auch dort hätte passieren können. Und klar haben wir an der Reaktion der Chirurgen in Heimatstadt gemerkt, wie peinlich denen das war. Und ja, wir wissen, dass eine derartige Infektion zwar im Aufklärungsgespräch vorkommt, aber real das wohl Unwahrscheinlichste ist, dass einem Hickman passieren kann. Trotzdem war bei einer OP in Heimatstadt ein blödes Gefühl und wenn Tübingen Zeit hat wollten wir die Hickmanoperation dieses mal dort machen lassen. Wenn also nichts dazwischen kommt, sind wir am 11.12. im OP und ab 12.12. gibts die Chemo.

Wenn dann noch alles gut geht – mittlerweile gehen wir eher nicht mehr vom Normalfall aus 😉 – werden wir am 20.12. die Chemo durch haben und mit viel Glück Weihnachten daheim sein.

Ein Zimmer habe ich dieses mal vom 10.12. bis Jahresende … und Nein, ich habe nicht vergessen, dass ich mich zu dem Thema noch einmal in einem kompletten Beitrag äußern wollte.

Gruß
derTraurige

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8 Kommentare
  1. Kirstin permalink

    Guten morgen,

    es ist schön zu lesen das ihr etwas Normalität wieder habt. Genießt die Zeit unbeschwert.

    Liebe Grüße vom Land bei Münster. 🙂

    Kirstin

  2. Haltet die Ohren steif.
    Herzliche Adventsgrüße!

  3. Und die Daumen bleiben ganz feste gedrückt!
    Liebe Grüße!

  4. vielleicht wäre ein port besser? :/

    • Moin Pilotin,

      leider ist der Junior für einen Port noch zu klein. Es gäbe wohl eine Möglichkeit, den Katheter (der beim Hickman erst kurz vorm Herz endet) mit einem umgenutzten Unterarmport zu verbinden und das Ganze dann doch irgendwie in dem Zwerg unterzubringen. Aber regelgerecht ist er einfach noch zu „wenig“ um genug Platz für den Port zu bieten. Daher wird bei so kleinen Patienten eher auf den Hickman gesetzt.
      Wir hatten heute den ersten Termin im SPZ um mal so die begleitende Behandlung seiner Autoimunstörung zu planen. In dem Zusammenhang waren wir vorbereitend für Tübingen auch Blutwerte ermitteln bei dem Oberarzt der Kinderonkologie in Heimatort; auch hier wurde uns wieder versichert, dass man so eine Infektion noch nie gesehen hat. Insofern lassen wir uns noch mal auf den Standard ein und hoffen einfach mal das Beste.

      Gruß
      derTraurige

      • hajo permalink

        eigentlich sollte es ja bereits Hickmans mit antibakteriellen und weiss-ich-nicht-was-noch Beschichtung geben
        .. nur: wissen das die Bakterien etc. auch?

        Nein, das Ganze ist kein Spaß, vor Allem nicht für „den Zwerg“, da wundert man sich manchmal, woher diese Kerlchen die Kraft nehmen, trotzdem noch zu lächeln oder gar lachen ..
        die sind halt nicht so verweichlicht wie so mancher Erwachsene.

        Alles Gute für den Kleinen und Kraft für Euch Großen
        Liebe Grüße
        Hajo

  5. Miriam permalink

    Auch ich drücke ganz fest die Daumen und denke an euch!

  6. Alles Liebe euch! Mein „Großer“ ist ähnlich alt wie euer Junior. Ich denk an euch!

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